Freitag, 24. November 2017

Morf (and Bucketboy)

"Erst machse hundert Jahre lang keen neuen Post und dann kommse uns mitm Video?
Jehts noch?"

- Ja, beruhigt euch, in diesem Fall ist das mehr als gerechtfertigt!


Freitag, 25. August 2017

Can I still get into Heaven if I kill myself?

Ich gebe ja ungerne zu, dass ich manche Sachen die mir mein Mitbewohner ("Resist", der ein oder andere kennt ihn ja vielleicht noch) zeigt, dann doch ganz gut finde. Bei einem Großteil kann ich zwar sehr gut nachvollziehen, warum er dieses oder jenes gut findet und sehe, warum es Qualität hat - kann mich aber nicht genug damit anfreunden, es selbst konkret zu mögen.
Das bezieht sich vor Allem - aber nicht ausschließlich - auf Musik.
Aber eines dieser Musikstücke, die ich immer mal wieder bei ihm gehört habe und einfach nur akzeptiert habe, dass es sie gibt und dass es gewiss eine bestimmte Anziehungskraft haben kann und likeable ist, ist "King Park" von La Dispute

Nachdem er mich ein paar Mal vergeblich dazu bringen wollte mich auf die Lyrics zu konzentrieren, weil es dann sehr gut wäre, kam ich bei unserer 12 Stunden langen Autofahrt von Kroatien zurück nach Deutschland (Ja, ich war im Urlaub, danke der Nachfrage!) nicht drumrum mal auf den Text zu achten.
Und ich muss sagen: Wow.

Wow.

Dieses Lied hat tatsächlich einen sehr, sehr hohen Gänsehautfaktor. Und auch wenn man sich denkt "ehy, der schreit ja so quengelich rum, voll doof, yo!", muss man zugeben, dass es nur so - und tatsächlich nur so - die volle Wirkung entfalten kann. 
Es basiert auf einem Drive-By-Shooting in Wyoming  und bietet einen völlig neuen Einblick in das Geschehen, gibt dem ganzen - falls möglich - noch mehr Dramatik.

Mich hat's etwas aus der Bahn geworfen, aber genug der Vorrede: Anhören kann man sich das auf jeden Fall einmal. Da der Sänger gelegentlich etwas nuschlig schreit, am Besten einfach nebenbei die Lyrics mitlesen!



Faszinierend finde ich auch, dass jeder etwas anderes mit dem Text assoziiert. Meine Mutter beispielsweise, bezieht vieles davon auf ihr Umfeld, da sie mit Kindern arbeitet. 
Ich bin etwas "distanzierter mitgerissen", falls ich das so ausdrücken darf.
Ich finde zum Einen die Seite der Opfer sehr mitreißend und aufwühlend. "I see them younger this time, playing games and doing homework." / "Three days later they made funeral plans. The family. Three days later a mother had to bury her son."

Zum Anderen finde ich aber auch die Täterseite sehr spannend: einerseits die Gewissenskonflikte, die Bürde, die auf ihm liegt. Andererseits die Frage, ob all das nur eine Bürde für ihn ist, weil er Angst um sein eigenes Seelenheil hat. Aber selbst wenn es ihm nur um sich gehen sollte - ist die Frage "Can I still get into heaven if I kill myself" nicht doch sehr, sehr kraftvoll und ruft eine Menge komplizierte Gefühle hervor?

Außerdem finde ich noch den gesellschaftlichen Aspekt interessant: Die Anwohner, die aus ihren Häusern mit Vorgärten kommen und zum Tatort strömen, die untereinander tuscheln und - vielleicht auch nur, weil es in ihrer Nachbarschaft passiert ist, betroffen sind von dem Vorfall und sich fragen "wie weit sie wohl vom Opfer entfernt gewohnt haben" und das ja in irgendeiner Form ihren Alltag unterbricht und vielleicht sogar stört. Und ob das nicht auch alles auf sie selbst bezogen ist, oder ob sie nicht doch tatsächlich Anteil nehmen an dem Schicksal des Jungen, seiner Familie und vielleicht den Hintergründen seines Mörders. Dadurch, dass am Ende des Abschnitts noch der Bogen geschlagen wird zu "And is he dead? These children. Our kids." bleibt da meiner Meinung nach viel Raum zur Interpretation.

So oder so: ein sehr kräftiges, heftiges Lied.

Freitag, 24. März 2017

Die Welt ist eine Scheibe!

... zumindest in unseren Schul- und Lehrbüchern. Dort sehen wir nämlich seit jeher (1569 hat Gerhard Mercator eine Karte dieser Art veröffentlicht, ich hab keine Ahnung, seit wann an ähnlichen Karten gelehrt wird!) eine zweidimensionale Ansicht unseres Planeten, die sogenannte Mercator-Projektion. Um auf diese 'Karte' zu kommen, wird der Erdball wie eine Apfelsine aufgeteilt, werden die einzelnen Außenseiten der Stücke aneinander gereiht und die Freiräume zwischen den Nord- und Südteilen durch Verzerrung aufgefüllt. Dadurch entsteht die zweidimensionale Weltkarte, wie wir sie heute kennen. (In Amerika übrigens mit dem amerikanischen Kontinent im Zentrum). 

Mercator-Projektion
Dadurch werden - grade in Pol-Nähe - die Flächeninhalte der Länder zum Teil sehr stark verzerrt wiedergegeben. Vergleicht man beispielsweise das enorm riesig wirkende Russland mit Afrika, so fällt auf, dass Russland gerade einmal die Größe von Nordafrika und der arabischen Halbinsel ausfüllt. Oder, dass Kanada nur etwas größer ist als Australien.
Auch wenn das einem Großteil sicherlich bekannt ist, wollte ich das mal als kleinen "Nebensatz" des Blogs erwähnt haben, denn ich glaube, auch wenn die Verzerrung im Nachhinein logisch erscheint und man sich fragt "warum hab' ich nicht vorher daran gedacht", so ist man doch bei dem Vergleich des ein oder anderen Landes überrascht. 

Auf thetruesize.com kann man übrigens per Drag-and-Drop einzelne Länder sehr gut miteinander vergleichen. Viel Spaß mit dem Mindfuck, den sicherlich der ein oder andere soeben erlitten hat! 

Montag, 14. November 2016

Being offended doesn't work anymore (Jonathan Pie on Trump)



Wirkt etwas staged, aber er hat trotzdem einige schöne Punkte angesprochen.


"People like me won't listen, I did this, this is my fault.. Fucking Donald Trump, the Left is responsible for this result. Because the Left has now decided that any other opinion, any other way of looking at the world is unaccectable. We don't debate anymore, because the Left won the cultural war. So - if you're on the Right - you're a freak, you're evil, you're racist, you're stupid, you are a basket of deplorables. How do you think people are gonna vote if you talk to them like that. When is anyone ever been persuaded by being insulted or labeled. So now, if you're on the Right or even against the provailing view, you are attacked for raising your opinion. That's why people wait until they're in the voting booth. No one's watching you anymore. There's no blame or shame or anything and you can finally say what you really think and that is a powerful thing"

Montag, 18. April 2016

History Of Japan



10/10

Ich glaube mir wurde noch nie so hinterhältig und effektiv etwas beigebracht wie in diesem Video.

Sonntag, 10. April 2016

Kot zum Naschen #24

In Erinnerung an die alten Zeiten krame ich mal eine Rubrik wieder aus den Untiefen des Blogarchives: Den beliebten "Kot zum Naschen" ! Auch wenn ich nicht mehr genau weiß, wie ich auf den Namen kam und was er mit dem Inhalt zu tun hat. Es handelt sich jedenfalls um Netzfundstücke in Bilder- / Kommentarform! Juhu!



- AdultSideOfTumblr

Donnerstag, 3. März 2016

Wolfie's Just Fine (Jon Lajoie)



Fan-tas-tisch-es Video. Kann man nicht anders sagen.
Mir gefällt diese Facette von Jon Lajoie (Ja, der Vagina-Typ).

Sonntag, 21. Februar 2016

Dismaland

©wordpress.com

Ich hänge da anscheinend etwas der Zeit hinterher, da Dismaland bereits im August 2015 eröffnet wurde (und nur 36 Tage für Besucher geöffnet war), dennoch sind allein die Bilder eine Erwähnung wert. Banksy - bei dem ich davon ausgehe, dass der Name des wohl bekanntesten Street Artists den meisten geläufig sein wird - gestaltete mit über 50 weiteren Künstlern einen quasi Anti-Disney-Park mit gesellschaftskritischen, sehr schön umgesetzten Szenerien und Kunstwerken (ob klein oder groß).
Ich mag sowas.

©boredpanda.com

©boredpanda.com

©businessinsider.com


©businessinsider.com

Samstag, 16. Januar 2016

BEYOND: Two Souls

Das bisher einzige Spiel, was den Anspruch "Kinofilm-Spiel" / "Ein Mix aus Film und Spiel" meiner Meinung nach wirklich erfüllt. Selbst die Bewegungen der Charaktere die man steuert machen den Eindruck als würden sie einem Drehbuch folgen. Es hat zwar mittlerweile einige Jahre auf dem Buckel, aber mit etwas Glück werden wir in naher Zukunft ja mit einem ähnlichen Spiel gesegnet. Vielleicht kommt ja Detroit: Become Human (vom gleichen Entwickler) an dieses Meisterwerk ran.

BeyondTwoSouls

Mittwoch, 6. Januar 2016

What did Bowie do?

Wenn ihr euch ein wenig schlechter fühlen wollt, als ihr es vielleicht ohnehin tut: Hier könnt ihr nachsehen, was David Bowie in eurem Alter grad so gemacht hat.

Nachtrag 10.01.2016: Well, this is awkward...

Übersättigung




Ich weiß nicht, ob ihr euch schon mal an einem ähnlichen Punkt wiedergefunden habt: Ein großer (nicht zwingend auf die Anzahl, sondern auf die Einwirkung auf euch bezogener) Teil eurer Freunde und/oder eurer Familie hat diverse Probleme. Während man selbst natürlich auch Probleme hat. Im normalen Wald-und-Wiesen-Alltag kommt man damit auch irgendwie zurecht, man differenziert - was ist ein wichtiges Problem um welches ich mich vielleicht kümmern muss, beziehungsweise eine Person, für die man da ist; und was sind Probleme, wo es reicht zuzuhören, zum Teil vielleicht sogar nicht für voll zu nehmen und zu ignorieren. 
Doch wenn die Probleme der verschiedenen und der eigenen Person(en) so präsent und wichtig werden und so vielschichtig sind, dass eine Differenzierung nicht mehr möglich ist, dann kommt man zu einem gewissen Punkt der Abstumpfung. Man wächst sozusagen mit den Problemen - wobei wachsen vielleicht zu positiv konnotiert ist. Die großen Hürden und Probleme von gestern, werden zu den Alltagsproblemen von heute.
Wenn man dort angekommen und mit Problemen und Struggles derart übersättigt ist, der stündliche Nachdenkprozess abgeschlossen, die letzte Träne vergossen ist; dann ist man fast annähernd empathielos dafür. Ein - für einen emotionalen, empathischen Menschen - bemerkenswerter Zustand. 
Man verfällt in eine Mäh-Haltung, eine "Is' dann halt so"-Mentalität. Und das ist erschreckend, befreiend und erdrückend zugleich. Dadurch, dass man die Schwierigkeiten nicht mehr als solche akzeptiert und ihre Relevanz aktiv reduziert, fühlt man sich befreit. Und in gleicher Weise spürt man eine drückende, schwelende Belastung in der Brust, die einfach nicht weichen will.
Ach und außerdem gibt es irgendwie zu wenig Synonyme für "Problem", da sollte man mal etwas dran ändern!

Donnerstag, 31. Dezember 2015

Tröööt !

Quelle: Apotheken-Rundschau.de


Über die Feiertage und etwas davor ist es ja wieder etwas ruhig geworden, aber KEINE SORGE, das fängt sich wieder im neuen Jahr! Bis dahin hoffe ich ihr rutscht alle gemütlich rein und könnt den ein oder anderen Neujahrskuss ergattern. 
Wir sehen uns im nächsten Jahr! 

Mittwoch, 2. Dezember 2015

DSA-AF

Unter die Kategorie "Dinge, die man wohl besser nicht hochladen sollte" fällt vielleicht auch dieses Video. Aber irgendwie, wollten wir diesen kleinen Auszug aus unserem DSA-Abenteuer teilen. Wir spielen halbwegs regelmäßig alle paar Monate mal etwas an dem selbstgeschriebenden Abenteuer weiter, was dann auch mal bis tief, tief, tief in die Nacht dauern kann. So auch hier. Ich glaube es war gegen 4 oder 5, alle sind etwas müde und trotzdem kommt man noch voran.
Vielleicht erheitert es ja manch einen von euch.

Freitag, 27. November 2015

Maylene And The Sons Of Desaster

Die Band mit dem Namen, der meinen Handy-MP3-Player in die Verzweiflung stürzt, weil nie der Track angezeigt werden konnte und bei mir jetzt einfach nur noch Maylene heißt.
Ich weiß, ich stopf euch in letzter Zeit voll mit Musik, aber so ist das halt manchmal !

Aber jetzt mal ehrlich: Das ist richtig, richtig, richtig gute Rumlauf- / Roadtripmusik. Das via Kopfhörer auf die Ohren packen und einfach laufen. Ideal.



Donnerstag, 26. November 2015

Ich hab Polizei / Plastikexperten

"Allein 2010 gelangten zwischen 4,8 und 12,7 Millionen Tonnen Plastikmüll ins Meer, wie Forscher schätzen. Diese Zahlen nannten die Experten aus Australien und den USA im Februar im Fachblatt "Science". Dabei ging es um verschiedene Plastikabfälle"

Darüber bin ich zufällig gestolpert, als ich recherchiert hab, ob das "Plastiktüten dürfen nicht mehr gratis abgegeben werden"-Gerücht, was ich vor einiger Zeit gehört habe stimmt. (Es stimmt) Dabei ist mir aufgefallen: Vielleicht sollte ich Experte werden. Wofür ist eigentlich egal, aber ähnliche Schätzungen könnte ich mit ein wenig Zahlenjongliererei auch abgeben.

Ach und hier übrigens das beste Musikvideo, das ihr je sehen werdet.

Mittwoch, 25. November 2015

AnnenMayKantereit ( AMK )

Ich stehe irgendwie total auf Guerilla-Musikeinlagen - sei es klassisch in der Fußgängerzone, als Flashmob auf belebten Plätzen (Wobei der Hype um Flashmobs das Faszinierende etwas geschwächt hat, da meistens 90% der Personen auf einem, für den Mob geplanten Platz, Teil der Gruppe sind), wie Ylvis für betrunkene Partygänger, oder wie in diesem Fall inmitten einer Vorlesung. Ich weiß nicht, wie bekannt sie vorher waren, aber ich glaube den größten Schub bekamen sie kürzlich mit ihrem K.I.Z. Feature "Hurra die Welt geht unter" - wo ich auch das erste Mal über Henning May beziehungsweise AnnenMayKantereit gestolpert bin. Und auch, wenn viele ihrer Texte sehr repetitiv sind, die Stimme und die Art des Vortragens gleichen das wieder aus. Gepaart mit ein paar netten Wortspielereien ("Ich träume Liebeslieder und sing dabei von dir", "Meine Fragen haben kurze Beine und Lügen kosten nichts") und DIY-Instrumenten entstehen so sehr nette, für Straßenmusik prädestinierte Stücke, die Lust auf Livemusik machen.






AnnenMayKantereit

Sehen alle gleich aus: Asiaten bauen Klonfabrik

Fotogrundlage: Screenshot Youtube



Wenn ich "Klonfabrik" bei Google suche wird mir als Vorschlag meist irgendwas Star Wars bezogenes als Suchergebnis präsentiert. In diesen Tagen ist das anders. Anscheinend sind wir der "Zukunft" schon deutlich näher, als ich das für möglich gehalten hätte. Klar, ich habe davon gehört, dass schon vor 5-6 Jahren erfolgreich Tiere geklont worden. Doch in dem Maßstab, in dem der Zusammenschluss der chinesischen Boyalife Group, der südkoreanischen Forschungsstiftung Sooam mit Unterstützung des Instituts für Molekularmedizin Peking und der Internationalen Akademie für Biomedizin in Tianjin, agiert, hätte ich mir das nie erträumen können.

Zumindest nicht schon so bald.
Die Interessengemeinschaft plant den wachsenden Fleischbedarf Chinas - der bislang durch Importe bewältigt werden musste - durch eine Rinder-Klonfabrik zu stillen. Das etwa 30 Millionen Euro teure Projekt soll bereits 2016 anlaufen, mit zunächst 100.000, später bis zu einer Million Rinderembryos.

Alter.


Foto: Getty Images
Ich weiß, wer bin ich schon, mich darüber aufzuregen. Man kann so den Fleischbedarf eines Landes decken, es ist sicher gut für die chinesische Wirtschaft, auf lange Sicht könnte man damit sicher auch Gutes bewirken und vielleicht sogar den fast schon utopisch anmaßenden Wunsch den Welthunger zu stillen erfüllen. Doch warum kräuseln sich bei dem Gedanken meine Fußnägel auf? (Gern geschehen)
Ist das wirklich die Lösung für Nahrungsprobleme? Und gibt es nicht genug Rinder auf der Welt - gemessen an den Mengen Fleisch die täglich weggeschmissen werden - um China zu versorgen und es spielen nur wirtschaftliche Aspekte eine Rolle? Was sind die möglichen Folgen, wenn wir diesen Weg weitergehen? Und wie groß ist die Auswirkung einer weiteren Million Rinderfürze auf unser Klima? Stimmt es eigentlich, dass Rinder das Klima in der Art beeinflussen, wie behauptet wird? Wird man in absehbarer Zukunft vom Aussterben bedrohte Tiere klonen um sie in den Zoos der Welt präsentieren zu können Arten zu erhalten - und welche Auswirkungen hat das? Haben wir vielleicht wirklich irgendwann Star Wars ähnliche Militärstrukturen, sollten wir diese Wissenschaft weiter ausbauen?

Science creeps me out sometimes. Ich weiß nicht genau, was ich davon halten soll..

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Quellen:
Sueddeutsche
Welt
Foto 1
Foto 2

Montag, 23. November 2015

Lass liegen !



Definitiv eines der besten Musikvideos, die ich je gesehen hab. Perspektive, Übergänge, Botschaft. Das Ansehen macht Spaß und Unspaß (#Neusprech) zugleich.

Freitag, 20. November 2015

#Verunsicherungsvertreter



Ich bin ja schon öfter auf Jan Böhmermann eingegangen und wie seine Arbeit und seine Art an sich mich in vielen Lebenslagen inspiriert und natürlich auch unterhalten hat. Auch, wenn ich persönlich immer mehr von seinen Radioauftritten (Lateline, Sanft & Sorgfältig) und der Talkshow Roche & Böhmermann, angetan war und die TV- / Internetshows Neo Magazin und Neo Magazin Royale einen TICK weniger gut fand (Auch die ersten Live-Latelines), so war es dennoch immer beeindruckend, wie er mit brisanten, ernsten Themen umgehen kann. So hat er sich als einer der wenigen, die sich nach der französischen Terrornacht am 13.11. öffentlich geäußert haben, auf einer für mich verständnisvollen und nachvollziehbaren Ebene auseinander gesetzt, indem er 100 Fragen stellte, die sich ihm im Zusammenhang mit Paris auftaten. 

Und auch die Neo Magazin Royale-Show vom 19.11. stand unter dem Einfluss der Ereignisse der vergangenen Woche. Nach einigen Überlegungen (Frage 82: Soll ich die ZDFneo-Sendung am nächsten Donnerstag machen oder lieber eine Woche ausfallen lassen?) entschied er sich dafür, unterbrechungslos weiterzumachen. Und in meinen Augen ist das genau das Richtige. Na gut, dazwischen lag fast eine Woche - eine lange Zeit in der schnelllebigen Welt der heutigen Medien und eine Zeit in der in der Bevölkerung viel vergessen wird - dennoch ist es etwas, womit man sich auseinandersetzen muss. Selbst die Berufsironiker des Postillons haben sich erst zwei Tage später mit der Sonntagsfrage "Soll der Postillon heute lieber auf die Sonntagsfrage verzichten?" mit den Anschlägen beschäftigt und erst ab Montag begonnen sich mit der Materie öffentlich auseinanderzusetzen.
Doch die Art, wie beim Neo Magazin Royale damit umgegangen wurde, finde ich beeindruckend und zugleich ist es sehr simpel. So beginnt er die Sendung statt mit dem sonst üblichen Stand-Up, indem er die Show einfach sitzend einleitet. Auch mit der Aussage "Das war jetzt ein geschmackloser Scherz, das Neo Magazin Royale, falls Sie sich versehen haben, ist eine Comedy-Sendung. [...] Noch geschmackloser, noch taktloser, war das was nach den Anschlägen von Paris von den Leuten kam, die keine Comedy-Sendung machen, sondern das ernst meinen." wird direkt vom Anfang der Sendung an eine klare Botschaft gesendet.



Und so geht es auch weiter mit dem "kleinen Mann" (gespielt von Hans Meiser). "Ihr Medienfuzzis wisst immer Bescheid und der kleine Mann auf der Straße ist wieder der Dumme. Komm doch erstmal von deinem hohen Ross runter. Mama Merkel holt uns mit ihrer Selfie-Politik den Terror ins Land und streichelt uns schneller zur Scharia als du halal sagen kannst." und dem Interview mit Grünen-Politiker Cem Özdemir, den er - bezugnehmend auf die vielen, vielen Stellungnahmen muslimischer Gemeinden, Personen des öffentlichen Lebens oder religiöse Führer, die glaubten sich von den Anschlägen distanzieren zu müssen - fragt, ob er sich denn schon für die Anschläge entschuldigt hat, oder zumindest deutlich, initiativ auf einem Marktplatz erklärte, dass er nichts damit zu tun hat.

Aber auch abseits von politischen und / oder brisanten Themen, ist Jan Böhmermann ein Künstler, mit dem man sich auf jeden Fall einmal beschäftigen sollte. 


Donnerstag, 19. November 2015

Anonymous, Terror, Soziale Gruppen und ihr Einfluss auf die Bevölkerung



Dieser Blog war ja noch nie sonderlich politisch oder großartig gesellschaftlich fokussiert und dabei möchte ich es auch belassen. Auch schreckliche Sachen, wie die Anschläge vom 13.11. und ähnliche Katastrophen, seien sie menschlicher oder natürlicher Ursache, möchte ich hier nicht breittreten.



Aber ich möchte doch eine Sache kurz äußern, die mir Magenschmerzen verursacht. Soziale (oder, machen wir uns doch nichts vor, Facebook-) Gruppen, die mal offen, mal versteckt Hass und Lügen verbreiten. Und dabei häufig von einem beträchtlichen Teil der Bevölkerung rezipiert werden. So zum Beispiel Anonymous.Kollektiv. Eine Seite, die den Anschein erweckt, dass es sich um die offizielle deutsche Anonymous-Facebookseite handelt. Es erscheint mir zwar unlogisch, dass Anonymous einen Facebook-Account hat (Zumal es die "Gruppe" Anonymous ja gar nicht gibt, genau das macht sie aus. Im Grunde genommen ist jeder von uns potentiell Anonymous-"Mitglied"), aber das hält 1,35 Millionen (!) Menschen nicht davon ab, diese Seite zu liken. Sie tun das vermutlich aus verschiedenen Gründen: Aufgrund ihrer Einstellung zum Staat vielleicht, inspiriert durch die Taten und Aktionen gegen Ungerechtigkeit und kapitalistische Ausbeute - oder eben aufgrund der aktuellen terroristischen Ereignisse, zu denen sich ein Vertreter Anonymous' zu Wort gemeldet hatte. Nur wird leider nicht jeder die Seiten, die er liked - weil man die Idee dahinter gut findet - studieren und reflektieren. Zum Einen, ob es sich wirklich um die offizielle Seite handelt - zum Anderen, ob die Werte / Einstellungen / Meinungen, die man glaubt zu teilen, wirklich übereinstimmen.





 Speziell bei dieser - von weit mehr als einer Million gefolgten - Seite, fällt einem beim ersten flüchtigen Blick auch nichts weiter auf. Zumindest, wenn man sich nur mit den Videos und Links beschäftigt, die dort geteilt werden. Diese beschäftigen sich fast allesamt mit den Themen, die man erwartet.
Liest man sich jedoch die Beiträge durch, stoßen mir - als, wie ich glaube halbwegs reflektierender Betrachter - allerdings Phrasen, wie




- "Tagesschau demnächst nur noch mit Deutschem Untertitel....bis zum Endsieg." Bezogen darauf, dass die Tagesschau nun auch auf englisch und arabisch ausgestrahlt wird.

- "Die Schmutzliteraten der ‪#‎Lügenpresse" Bezugnehmend auf die Teilnehmerzahlen einer Pegida-Demonstration

- "Ein Feindbild wird dadurch kreiert, dass man über ein Objekt der Betrachtung ausschließlich negativ berichtet. Diese Methode funktioniert mit jedem Staat, jeder Organisation und jeder Person. [...] Man muss nur tief genug wühlen, aufbauschen und alles Positive außer acht lassen, wie das die Mainstreammedien im Falle Russlands oder jedes anderen “Feindstaates” machen, der von den USA ins Visier genommen wurde.
Auf dem Schulhof oder im Beruf nennt man sowas Mobbing. In den Medien ist es politisch gesteuerte Propaganda und Hetze, die bis zur offenen Kriegstreiberei gehen kann." (Quelle


sauer auf. Das letzte Zitat fand ich besonders interessant. Sicher, es ist jetzt nicht übertrieben volksverhetzend oder ähnliches, doch ich finde den Umstand schön, dass der Autor darüber berichtet, wie man durch Auslassung positiver Fakten und Verallgemeinerung und Aufbauschung Staaten, Organisationen, Personen diskreditieren kann - direkt gefolgt von "die Mainstreammedien", "In den Medien", "Propaganda und Hetze [...] Kriegstreiberei". Und im gleichen Maße wirft er in seinen anderen Posts mit Begriffen, wie "Lügenpresse", "Pädopartei", "Plemplem-Ditfurth" und "Schmutzliteraten" um sich.
Um mich nicht selbst mit meinen Argumenten zu kontern, möchte ich auch kurz noch auf die positive Seite eingehen. Es ist nicht alles falsch, was da geschrieben wird. Die Themen sind wichtig, die Auseinandersetzung damit ebenso. Viele Aussagen kann ich unterschreiben, viel spiegelt meine Meinung wieder und ist meiner Meinung nach erwähnenswert. Nur bei effektheischenden Schlagworten auf BILD- (Oder Stern-) Niveau läuten bei mir Alarmglocken. 

Wie bei allem, was ich hier auf dieser Seite von mir gebe, handelt es sich natürlich nur um meine persönliche Meinung. Und die ist aus dem zusammengeführt, was ich rezipiere und was ich dabei empfinde. Ich versuche im Rahmen meiner Möglichkeiten diese Dinger zu hinterfragen und - gegebenenfalls - mit Quellen zu untermauern, doch selbstverständlich, kann ich mir nie sicher sein, ob meine Informationen und Eindrücke korrekt sind. 

Nach meinem Verständnis steht die Anonymous-Idee vor Allem für Informationsfreiheit. Danach kommen Aspekte, wie Menschlichkeit, die Auswirkungen des Kapitalismus in Frage zu stellen, sich gegen Ungerechtigkeiten in der Welt zur Wehr zu setzen. 
Und das ist für mich mit solchen Posts nicht nur nicht gegeben, sondern genau gegenteilig umgesetzt.

Das soll's dann auch gewesen sein mit dem Gesellschafts-Meti für heute. Um den Bogen noch auf generell Facebook und den potentiellen Einfluss, den man mit großen Followerzahlen erreichen kann zu schlagen, anbei noch der Bearbeitungshinweis, den ich auf eine Meldung von mir bekommen habe. Da sieht man recht gut, wie ... äh.. löchrig die Richtlinien von Facebook sind.